bluesinmerica

Posted by on 12.03.2015 in Allgemein

12 Stories über ein wildes Reisen in Mexiko und Amerika:

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I got my Mojo working

“And I still haven’t found what I’m looking for” hallt es aus den Boxen dieser namenlosen Fast Food Filliale. Draussen knallt eine eisenharte doch wohlwollende Sonne durch die beinahe unertraegliche Kaelte auf eine wehende Amerikaflagge und dahinter schimmern die drei Gitarren der Crossroads. Highway 61 crossing Highway 49, die Ecke an dem Robert Johnson seine Seele dem Teufel fuer die Gabe eines unermesslichen Gitarrenspielens getauscht haben soll. Clarksdale, Mississippi. Geburtort des Deltablueses. I kind of have found what I was looking for.

Den Vortag habe ich mit drei in New York lebenden Franzosen einen Roadtrip von Memphis ueber Helena nach Clarksdale unternommen, von wo sie weiter gen Madi Gras fuhren und mich in einem Motel abwarfen. Endlich da. Mehr Blues geht nicht. Ich haenge mit Razerblade, einer echten Clarksdaler Bluelegende, ab, sehe Leo Bud Welch spielen, einen 83jaehrigen Blueser, der erst vor zwei Jahren entdeckt wurde und wandere durch durch die Strassen in denen Son House, John Lee Hooker, Robert Johnson, Ike Turner und etliche andere aufgewachsen sind und gelebt und gelitten haben (Sonny Boy Williams kommt aus Helena). Razerblade faehrt mich in die schwaezesten Viertel und wir versuchen uns gegen den Pfoertner vom Riverside einzusetzen, der mich auf einmal nicht ins Hotel lassen wollte, “because that crack head, excuse me, is no one you gotta have respect for. He ain’t even owning that placee. He just don’t let you in couse we’ve been talking alright. He’s a jealous motherfucker and I assure you he will regret that!” Bevor ich dann doch zu tief in irgendwelche Bluesfights alter schwarzer Maenner eintauche, nehme ich dann, nachdem ich Razer zum Essen eingeladen (er hat mir eine seiner Platten geschenkt) und noch mehr Leute der Stadt kennenlerne, die mich alle uebereden wollen zu bleiben, den Bus zurueck nach Memphis. In dieses Hostel, was als ich aus New Orleans ankam voellig leer war und jetzt mit in paar alten Amis und einem Australier belegt ist. Zu den den zwei megaschwulen Schwazen Jungspunden, de diesen Ort hier mit einer Mississipilerin schmeissen. Letzte Nacht brach ein kleiner Blizzard ein, weshalb ich noch froher bin hier zu sein und nicht mehr in Clarksdale zu sein. Als ich aus New Orleans in den Zug stieg und mich noch aergerte, keine Swamptour gemacht zu haben, sah ich die krassesten Sumpflandschaften aus dem Zug. Gestern aergerte ich mich nicht die cotton fields besichtigt zu haben und sehe aus dem Grey Hound eigentlich nichts als Baumwollfelder. Ueberhaupt waren beide Aufbrueche aehnlich abrupt, aber richtig und beide endeten in Memphis. Der Geburtsstadt der Amerikanischen Musik, wie man sagt. Auch erinnern mich beide Aufbrueche an meine 38 Stunden Tour von Hampi nach Kolkata, back in 2013. Wo die ernstere Haelfte begann.

Ich fuehle wie sehr sich diese Reise bezahlt macht. Jede Sekunde scheint mich einer Art von Erleuchtung naeher zu bringen, vielleicht viel mehr als Indien es je konnte… Ich fuehle mich erwachsener, reifer, zufriedener und… juenger.

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