Kleiner fetter Prinz

Posted by on 12.07.2014 in Allgemein

Ich bin weder klein, noch fett. Ich bin nur einer, der alles hat und trotzdem unglücklich ist. Ich bin so pervers mir Armut zu wünschen, um ein interessanteres Leben zu haben. Ich bin ein artgerechtes Arschloch.
Mein Freund ist Dichter und Junky, dem die Opiaten mit seiner Freundin aus dem Hals hängen und seinen Geist verpesten. Meine Freundin ist Entertainerin, steht als Mutter und liebevollstem Sein durch kindliche Unfähigkeit vorm Elend. Ich kann sie nicht befreien, ich kann nur beobachten und ein schlechtes Gewissen haben. Ein schlechtes Gewissen mit einem Tee am weißen Sofa des unverdienten Luxus. Des deshalb ungewollten Luxus. Verachteten Luxus.
Ach ich fühle mich so eklig fett an Glück und klein allgemein, weil unbedeutend. Ein falscher Prinz, der auf Extase tritt. Wo ist Kunst? Wo ist Kunst! Keinen Schimmer. Alle um mich rum sterben, warum nicht ich? Warum Pathos? Warum pervers? Ich weiß es nicht.

Diese scheiß Kunst. Wie sie meint unser Leben zu beherrschen. Ich fälsche meinen Pass und flüchte ins Königreich Rausch, wo ich noch mitregieren kann. Überall Jazz und Unverständnis.
Und Unsicherheit. Fette Ansprüche verglühen in der Sonne durch nüchterne Gear.
Ich bin ein kleiner fetter Prinz, ohne Recht auf ein wahres Gefühl des Schmerzes. Bill Evans spielt gerade. Zielt genau auf mein Herz. Verloren im Gewühl der gefrorenen Zeit. Fade.
Frage ich mich, nach Zwecklosigkeit. Zu sehr, zu weit.